Mit dieser Frage beschäftigten sich die Studierenden Dana Hansel, Lara Kurt, Anna Lena Moggert und Charlotte Sonnabend gemeinsam mit Prof. Dr. Sinje Gehr im Rahmen eines Praxisprojekts des Masterstudiengangs Gesundheit und Innovation in der Sozialen Arbeit an der HAWK.
Studierende des Masterstudiengangs Gesundheit und Innovation in der Sozialen Arbeit entwickelten im Wintersemester 2025/2026 gemeinsam mit einem Göttinger Pflegeheim ein praxisnahes Hitzeschutzkonzept für stationäre Pflegeeinrichtungen unter dem methodischen Einsatz des User Experience Design (UX).
Wie können Pflegeheime besser auf zunehmende Hitzewellen vorbereitet werden?
Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden und Bewohnenden
In Kooperation mit Benjamin Bode vom Pflegeheim Bode in Göttingen entwickelten die Studierenden ein individuell auf die Einrichtung zugeschnittenes Hitzeschutzkonzept, das sich praxisnah in den Pflegealltag integrieren lässt.
Ziel des Projekts war es, das Konzept gemeinsam mit den Mitarbeitenden und Bewohnenden zu entwickeln und an den tatsächlichen Bedarfen und Abläufen der Einrichtung auszurichten.
Warum Hitzeschutz in Pflegeheimen immer wichtiger wird
Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich zunehmend im Alltag. Besonders Hitzewellen treten häufiger und intensiver auf. Ältere und pflegebedürftige Menschen sind besonderes vulnerabel und gefährdet. Gleichzeitig steigen auch die Belastungen für Pflegefachpersonen deutlich an.
Vor diesem Hintergrund gewinnen strukturierte Hitzeschutzmaßnahmen in stationären Pflegeeinrichtungen zunehmend an Bedeutung. Sie tragen dazu bei, die Gesundheit der Bewohnenden zu schützen, die Arbeitsbedingungen des Personals zu verbessern und die Versorgungsqualität auch während extremer Hitzeperioden sicherzustellen.
Die Masterandinnen beschäftigten sich im Seminar wissenschaftlich mit der Klimakrise und Planetary Health.
Nutzerzentrierter Ansatz mit UX-Methodik
Für die Entwicklung des Konzepts nutzten die Studierenden einen nutzerzentrierten Ansatz auf Basis der UX-Methode (User Experience Design) unter Anleitung von Prof. Dr. Sinje Gehr, zertifiziert für Human Centereded Design vom artop Institut an der Humboldt Universität.
Analyse von Bedürfnisse und Perspektiven
Im Mittelpunkt des partizipativen Projektes standen die Erfahrungen, Bedürfnisse und Perspektiven der Menschen vor Ort.
Die Studierenden führten Interviews mit Mitarbeitenden und Bewohnenden durch und analysierten die räumlichen Gegebenheiten der Einrichtung. Ergänzend wurden alltägliche Abläufe und Arbeitssituationen beobachtet, um Herausforderungen und Belastungen im Pflegealltag besser nachvollziehen zu können.
Durch die intensive Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Mitarbeitenden und Bewohnenden entstand ein praxisnahes Hitzeschutzkonzept mit konkreten Maßnahmen; während und nach Hitzewellen.
Orientierung für andere Einrichtungen
Das entwickelte Konzept wurde symbolisch in einer Kühltasche an die Pflegeeinrichtung übergeben. Es soll nicht nur im Pflegeheim Bode Anwendung finden, sondern auch anderen Einrichtungen als Orientierung dienen.
Die Beteiligten publizieren das Projekt zudem in der Fachzeitschrift NovaCura und machen die UX Methode und die Ergebnisse damit auch für weitere Einrichtungen und Fachkreise zugänglich.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Studierende gesellschaftlich relevante Fragestellungen praxisnah bearbeiten und wissenschaftliche Methoden mit realen Herausforderungen aus dem Berufsalltag verbinden können.
Eckdaten zum Projekt
Studiengang
M.A. Gesundheit und Innovation in der Sozialen Arbeit
Zeitraum
Wintersemester 2025/2026
Ziel
Entwicklung eines partizipativ erarbeiteten Hitzeschutzkonzepts für stationäre Pflegeeinrichtungen.
Beteiligte Studierende
Dana Hansel, Lara Kurt, Anna Lena Moggert, Charlotte Sonnabend
Kooperationspartner
Benjamin Bode, Pflegeheim Bode Göttingen
Dieses Projekt wurde im Wintersemester 2025/2026 im Rahmen der Module „141 Planetary Health“ sowie „142 Partizipation mit dem Fokus Gesundheitsförderung und Prävention“ umgesetzt.