Projektverantwortliche
Prof. Dr. Ulrich Harteisen
Finanzierung
DBU - Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Projektträger
Fakultät Ressourcenmanagement
Förderkennzeichen
40534/01-42
Projektkosten
242.064,00 €
Dauer
01.05.2026 bis 31.10.2028

Ungebundenes und gebundenes Engagement für eine Nachhaltige Entwicklung in Dörfern im Vergleich – das Beste aus zwei Welten

Dorfgemeinschaften bieten die Chance, Projekte auf den Weg zu bringen, die dem Umweltschutz und einer nachhaltigen Entwicklung dienen. So gibt es im ländlichen Raum Bürgerbusvereine, Bioladeninitiativen, Solidarische Landwirtschaft oder Energiegenossenschaften, die es ermöglichen, selbst einen Beitrag für eine zukunftsfähige Entwicklung zu leisten. Im Fokus des Projekts stehen verschiedene Formen bürgerschaftlichen Ehrenamts. Insbesondere das „ungebundene Engagement“ ohne Rechtsform (Gegenteil: bspw. Vereine, Genossenschaften, gGmbH usw.) soll auf seine Chancen und Herausforderungen in Bezug auf umweltrelevante Projekte in Dörfern analysiert werden. Forschungsfragen sind die folgenden: 

  1. Was sind Gelingensbedingungen, die ungebunden Engagierte im Umweltbereich stärken und in (öffentlichen) Gestaltungsprozessen Raum zur Mitwirkung geben?

  2. Wie müssen Rahmenbedingungen sein, um das möglich zu machen? 

  3. Wie entwickelt sich im Prozess ungebundenes Engagement evtl. hin zu gebundenem Engagement und welche Vor- und Nachteile sind damit verbunden?

Anhand von drei Modelldörfern, davon zwei in Ostdeutschland, sollen die verschiedenen Engagementstrukturen analysiert werden. Methodisch erfolgen Interviews mit max. 7 Engagierten pro Dorf  zu den Themen Motivation, subjektive Wirksamkeit der Aktivitäten, Zufriedenheit mit dem Grad der Organisiertheit in verschiedenen Projektstadien, ggf. Notwendigkeit für andere Strukturen, erzielte Umweltwirkungen, Transfereffekte der Umweltwirkungen auf weitere Dörfer, Identitätsgefühl und Stärke der Gemeinschaft, Kooperationswege und -partner*innen, übernommene Verantwortlichkeiten, Prozess der Entscheidungsfindung oder der Umgang mit Konflikten. Ergänzt werden diese Interviews um eine Fragebogenerhebung, die in mindestens zwei weiteren Dörfern durchgeführt wird. Die Ergebnisse sollen anhand der Modellprojekte als Best Practice illustriert und in Hinblick auf Erfolgsstories und Geschichten des Scheiterns anschaulich dargestellt werden.